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Meine Ausbildung


Eigentlich war meine Ausbildung, wenn man mal das Studium der Allgemeinen Informatik außer Acht lässt, ziemlich zügig.

1982 habe ich meine Schulausbildung an der Ernst-Barlach Oberschule in Berlin Hermsdorf abgeschlossen.
Getrieben von der Idee, nie wieder eine Schulbank zu drücken habe ich mich dann auf dem Ausbildungs-Markt umgesehen.
Busfahrer oder Kfz-Mechaniker wollte ich werden.
Na ja, da war ich nicht der einzige. Meine Schulkameraden haben jeder so an die 50 Bewerbungen geschrieben und verschickt, jede bestehend aus Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Zeugnissen und was man da sonst noch so braucht.
Nun will ich nicht behaupten, daß ich von der Grundveranlagung her faul bin, daß stimmt nicht ! Aber 50 Bewerbungen, daß war mir dann doch ein wenig zuviel.
Da viel mir zum Glück das Oberstufenzentrum Metalltechnik in Berlin Neukölln wieder ein. Das wurde uns im Berufswahlunterricht (hieß wirklich so) vorgestellt. Dort konnte man eine zweijährige Ausbildung zum Technischen Zeichner machen. Gesagt getan, nach nur einem Bewerbungsschreiben hatte ich meine Ausbildungsstelle.

1984 habe ich die Ausbildung abgeschlossen und konnte nun:
  • Maschinenbauzeichnen
  • Bauzeichnen
  • Schaltzeichnen
  • Schreibmaschine schreiben (120 Anschläge)
  • Drehen, Fräsen, Schweißen, Feilen (nicht so gut, dafür aber toll fräsen)
Während der Ausbildung habe ich einen EDV Kurs absolviert. Das war einerseits ganz interessant, andererseits wurde ich das Gefühl nicht los eine Berufsausbildung ohne Zukunft gewählt zu haben.
Diese Computer zeichneten die kompliziertesten Zeichnungen innerhalb von 10 Minuten. Unsereiner hat dafür mehrere Tage benötigt.
Da stand ich nun mit meiner merkwürdigen Grundveranlagung und habe überlegt wie das wohl weitergehen soll.
Während der Ausbildung habe ich Norman Paetsch kennengelernt. Am Anfang habe ich ihn für einen Grünen gehalten (der erste den ich kennengelernt habe), später kam in mir immer öfter der Verdacht auf, daß er u.U. doch eine leicht kommunistische Ader hatte.
Na auf jeden Fall war Norman der Grund dafür daß ich nach der Ausbildung mein Fachabitur der Bautechnik an der Otto Bartning Oberschule in Berlin Spandau (damals noch in der Zitadelle untergebracht) gemacht habe.

1985 hatte ich also die Fachhochschulreife in der Tasche und stand wieder da...
Bei einer Orientierungsveranstaltung der Technischen Fachhochschule Berlin in Berlin Wedding habe ich mich dann von der Bautechnik verabschiedet. Das wahren alles nette Leute ohne Frage, aber irgendwie konnte ich es mir nicht vorstellen bei Wind und Wetter auf irgendwelchen Baustellen rum zu turnen.
Bei dieser Veranstaltung der TFH war auch ein Grüppchen von Informatikern.
Mir viel der EDV Kurs aus meiner Ausbildung wieder ein und die Tatsache, daß ich meinen Commodore 64 nicht nur dazu benutzte um etliche Joysticks bei Spielen wie Summergames oder Wintergames in ihre Bestandteile zu zerlegen.
Das hörte sich alles sehr vielversprechend an, daß war meine Welt.

1986 fing ich mein Vorpraktikum bei Siemens in Berlin Spandau an.
Die Inhalte des Praktikums wahren solch interessanten Dinge wie Feilen, Drehen, Fräsen, Schleifen, Technisches Zeichnen, Papierwechseln beim Drucker-Dauertest, Inventur im Mustergerätebaue (Wiederstände und Kondensatoren zählen), usw. usw.
Also alles Dinge, die man für das Studium der Informatik unbedingt mal gemacht haben sollte.

Im Sommer 1986 fing dann endlich das Studium an.
Das Grundstudium war ziemlich selektiv. Vorlesungen wie Grundlagen der Informatik, Algorithmen und Datenstrukturen, Analysis 1 und 2 schienen manche der Studienanfänger zu überraschen. Ich muss zugeben, nach der 1. Vorlesung Analysis habe ich auch überlegt ob das was ich zuvor von Mathematik gelernt habe und das was dieser merkwürdige Dozent da eben erzählt hat irgendwas miteinander zu tun haben könnte.

Während des Grundstudiums haben wir die Programmiersprache Pascal gelernt.
Für jemanden wie mich, der vorher nur mit Basic gearbeitet und mit Befehlen wie Goto und GoSub umsich geworfen hat brach eine Welt zusammen.
Was sollte daß denn! Wer hat sich den diesen Mist ausgedacht?
Prozeduren so ein schei.. und warum soll ich denn alle Variablen da oben deklarieren wenn ich die hier unten erst brauche, da oben findet die doch kein Mensch.
Cool wahren aber die verketten Listen, das musste man diesem Pascal lassen, tolle Idee :)

1988, zwischen Grundstudium und Hauptstudium gab es ein Praxissemester. Das war klasse und für die meisten Studenten der Einstieg in die Berufswelt.
Ich habe mein Praxissemester bei der Firma Donop Consult absolviert und bin danach dort (als Werkstudent) geblieben.
Die ersten Wochen wahren die reinste Qual. Stelle man sich vor, die komplette Firma war mit Micro-Vaxen der Firma Digital Equipment ausgestattet. Als Betriebssystem wurde VMS verwendet. Ich war am Boden zerstört.
Konnte VMS wirklich ein legales Betriebssystem sein ? An der Uni haben doch alle nur von MS-DOS, Windows und Unix geredet. Zu allem Schrecken wurde dort als Textverarbeitungssystem Word Perfect eingesetzt und jeder der das mit grafischer Oberfläche kennt, kann sich vorstellen wie das auf einem VT-Terminal ausgesehen hat.

Dann kam das Hauptstudium mit den wirklich tollen Sachen.
  • Fortran 77
  • Cobol
  • C (endlich)
  • Pearl (nicht diese Skript-Sprache sonder die für die Echtzeitprogrammierung)
  • Grafische Datenverarbeitung
  • Datenbanksystem 1 und 2
  • 4 GL
  • Maschinenorientierte Programmierung
  • ...
Leider aber auch
  • Physik
  • Compilerbau
  • Lisp
  • ...
Am Ende meines Studiums 1993 musste ich eine Diplomarbeit schreiben.
Titel war/ist Entwicklung einer Windows-FMS-Schnittstelle für Datenbankanwendungen.
Die Idee zu dieser Arbeit beruhte auf einem Projekt der Firma Donop Consult, bei dem es darum ging eine Anwendung die mit C für das Betriebssystem VMS und der Datenbank RDB entwickelt worden war auf Microsoft Windows und Oracle zu portieren.
Da bei der ursprünglichen Entwicklung der Anwendung darauf geachtet wurde daß nur Standard C (ANSI) verwendet wurde, konnte man den C-Code praktische 1:1 auf einen PC kopieren und dort Übersetzen.
Ein Problem stellten die Benutzer- und Datenbankschnittstellen dar.
Die Benutzerschnittstelle (Ein-/Ausgabemasken) wurden mit FMS (Forms-Management-System) erstellt. Das ist ein System der Firma Digital Equipment zur Erstellung ebend solcher Masken für die Verwendung auf VT-Terminals. Diese Terminal-Masken sollten später wie Windows-Dialoge aussehen, deren Konvertierung war aber zum Glück nicht meine Aufgabe.
Die wesentliche Voraussetzung für das Vorhaben war, das keine (oder besser kaum) Funktionalität in die Dialogmasken hinein implementiert wurde (das sollten sich alle Java-Entwickler hinter die Ohren schreiben). Statt dessen wurde mit einem Callback Mechanismus gearbeitet (ein Ereignis an der Oberfläche wurde über eine Callback-Funktion an die Dialogsteuer weitergegeben).
Meine Aufgabe bestand darin, eine allgemeingültige Windows-Dialogsteuerung zu erstellen, die aus den etlichen Ereignissen die von einer Windows-Oberfläche erzeugt werden jene herausfiltert die für die Dialogsteuerung interessant sind und an diese weitergibt.
Außerdem waren noch einige Funktionen z.B. zur Positionierung des Cursors oder zur Ausgabe von Meldungen zu kapseln.
Die Datenbankschnittstelle stellte kein so großes Problem dar, da in den Sourcen alle Datenbankzugriffe gekapselt waren. Die Anzahl der reinen SQL-Module (es wurde mit Embedded-SQL entwickelt) belief sich auf ca. 50. Das war auch gut so, denn diese mussten alle auf Dynamic-SQL umgestellt werden, war also mehr ein Fleißarbeit.


Seit 1993 bin ich bei der PSI AG als Wissenschaftlicher Mitarbeiter angestellt.
Seitdem habe ich in verschieden Projekten gearbeitet:

INKAM (Integrierte Kameralistik) (wird betrieben)

Eine Software für die Haushaltsführung und das Kassenwesen von Behörden und anderen öffentlichen Einrichtungen.
Betriebsystem: VMS
Datenbank: RDB von Digital Equipement
Programmierung: C for VMS
Mein Aufgabe war die Implementierung in C und SQL.

SV (wird betrieben)

Eine Software zur Waren- und Auftragswirtschaft für eine Firma in der Textilindustrie.
Betriebsystem: Ultrix (Unix von Digital Equipement)
Datenbank: Ingres 4.0
Programmierung: C for Ultrix
Meine Aufgabe war die Implementierung in C und SQL.
Ein besonderes Highlight war die Integration eine Waage und eines Strichcodedecoders
bei der Warenverpackung. Hierbei habe ich eine Menge über TCP/IP, Terminalserver (Konfiguration der selben), ttys und darüber gelernt wo man Netzwerkkabel lang legen kann und wo besser nicht (über, neben oder um einen Elektromotor macht das nämlich keinen Sinn).

GSM (Geschmacksmuster Verwaltungs System) (wird betrieben)

Geschmacksmuster haben im groben was mit Patenten zu tun. So ist zum Beispiel das Auto ein Patent, ein Porsche 911 dagegen nur ein Geschmacksmuster.
Die Software wurde zur Verwaltung von Geschmacksmustern implementiert.
Betriebsystem: Unix / MS Windows
Datenbank: Oracle 7.2 und höher
Programmierung: Oracle Forms, PL/SQL

Idefix Rundum die Programmplanung (wird nicht betrieben)

Die Software sollte von der Verwaltung von Lizenzen bis zur Programmplanung alles können, was zum Betrieb eines Fernsehsenders nötig ist.
Betriebsystem: Unix / MS Windows
Datenbank: Anfangs Sybase, später wurde Oracle 7.2 gewechselt, da Sybase Problem mit Outer Joins hatte.
Programmierung: Gupta 5.2 / Centura
Meine Aufgabe bestand darin, die Anwendung zu implementieren, das Gupta-Framework zu erweitern, Testautomatisierung zu betreiben.
Bei der Testautomatisierung haben wir den Test Manager von Microsoft eingesetzt (wird heute wohl von Rational als TestRobot vertrieben). Als Schmankerl haben wir Test-Scripte aus dem SAD-Werkzeug Westmount heraus, welches für die Spezifikation des Software verwendet wurde, generiert.
Vom Ansatz her sozusagen der komplette Rundumschlag.

Softwaretest

Nachdem ich nun einige Zeit in der Realisierung zugebracht hatte, wechselte ich in den
Bereicht Softwaretest.
Hier habe ich mittlerweile Testhandbücher, Testkonzepte und Testspezifikationen erstellt.
Automatisierte Testdurchführung betrieben, wobei sogar Schulungen für die Mercury Tools abgefallen sind.

Softwarespezifikation

Nachdem ich mich jahrelang darüber beschwert hatte, daß die Softwarespezifikationen absolut ungenügt sind, musste ich ab 1998 selber welche erstellen.
Das ging von der Grobkonzeption über verschiedene Konzepte bis hin zur Dialog-Feinspezifikation.
Da es sich bei der Software um eine OO-Anwendung handeln sollte/wird, wurde mit Hilfe der UML und dem Werkzeug Rational Rose spezifiziert.
Damit mir nicht zu langweilig wurde, habe wir uns entschlossen alle Dokument- und Codegeneratoren selber zu implementieren. Das ging auch ganz gut, unser Dokumentengenerator war um längen schneller als der von Rational mit angebotene Dokumentengenerator SODA. Darüber hinaus kann unser Dokumentengenerator RTF und HTML-Dokumente generieren.

Ich glaube das war ziemlich ausführlich und auf jeden Fall genug.

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